09.10.2010, 12:09 Uhr - 10.10.2010, 22:30 Uhr

Messbereitschaft herstellen

Was sich erst anhörte wie eine im Stillen geplante Übung, erwies sich als recht brisanter Einsatz über einen Zeitraum von 25 Stunden für unsere Messgruppe. 

In chronologischer Reihenfolge:

Samstag 9. Oktober

11:14 Uhr Alarmierung Einheitsführung „Rückruf Leitstelle“.

Auskunft am Telefon: wir brauchen um 13 Uhr die Messgruppe um eine Wohnung „Frei zu messen“.

12:09 Uhr Alarmierung Messgruppe „Einsatzbereitschaft herstellen“.

Auskunft über Funk: Treffpunkt Wache BF, von hier aus gemeinsame Fahrt zur Einsatzstelle. 

Einsatzstelle an - Lagebesprechung.

Hier stellte sich nun der eigentliche Einsatz dar.

Das Bundeskriminalamt in Wiesbaden erhielt von tschechischen Behörden die Nachricht:

Von Beamten der tschechischen Polizei wurde am 08.10.2010 die Wohnung eines Beschuldigten, der eine pyrotechnische Ausbildung besitzt, in Bela/Tschechien durchsucht. Dabei konnte eine große Menge von zum Teil hochexplosiver Substanzen, sowie Waffen (auch Maschinenpistolen) sichergestellt werden. Zudem lagerte der Beschuldigte in seiner Wohnung Uranium 238 und 235. Der Beschuldigte wurde durch Beamte der tschechischen Polizei festgenommen.

Da der Beschuldigte eine weitere Wohnung in Koblenz unterhielt, sollte diese Wohnung durch Spezialkräfte des Polizeipräsidium Koblenz untersucht werden.

Bevor jedoch die Spezialkräfte in die Wohnung vordringen konnten, musste messtechnisch mit den Möglichkeiten der Feuerwehr Koblenz sichergestellt werden, dass hier vorerst keine Gefahr für die eingesetzten Kräfte ausgeht.

Nach dem Aufbau des Dekontaminationsplatzes durch die Einheiten des Gefahrstoffzuges der Feuerwehr Koblenz, den Freiwilligen Einheiten Karthause und Lay, rüstete sich unser Messtrupp mit den Messgeräten des ABC Erkunder zur radiologischen- und chemischen Messung im abgesetzten Betrieb aus. Ein weiterer Trupp bildete den Rettungstrupp.

Eine im Vorfeld durchgeführte Messfahrt mit dem ABC Erkunder an dem besagten Objekt, erbrachte negative Messergebnisse.

Auch die Messungen des Trupps in der Wohnung ergaben negative Messergebnisse.Bei der Begehung der Wohnung wurde festgestellt, dass es sich um eine "Messi-Wohnung" handelt.

Es stellte sich in der Folge ein Zeit intensiver Einsatz ein, an dem 50 Spezialkräfte der Polizei, 25 Leute von der Berufsfeuerwehr und fast 200 Frauen und Männer von den Freiwilligen Feuerwehr Koblenz  beteiligt waren. Hierzu wurden auch weiter Kräfte unserer Einheit alarmiert.

Unter ständiger messtechnischer Kontrolle durch unsere Messtrupps wurde der Müll, nach Sichtung der Spezialkräfte, abtransportiert.

Weiter hatten wir die Aufgabe, von speziell ausgesuchten Substanzen Proben zu nehmen, den pH-Wert und den Nitratgehalt, der von den Spezialisten der Polizei aussortierten, nicht gekennzeichneten Chemikalien zu bestimmen, den Namen der auf den Gefäßen befindlichen chemischen Formeln über einen mobilen Internetanschluss herauszufinden, sowie den kompletten Einsatz in der Wohnung zu dokumentieren.

Die weitere Durchsuchung der Wohnung führte zum Auffinden von Chemikalien bekannter aber auch unbekannter Art, Munition diversen Kalibers, ein Sprengzünder sowie Teile von Maschinenpistolen.

Einsatzende für die Messgruppe: Sonntag 10. Oktober 22:30 Uhr.


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