06.03.2009, 19:15 - 23:00 Uhr

Unfall zwischen PKW und zwei Zügen am Bahnübergang Horchheim

Die etwas andere Alarmierung

In den Abendstunden des 06.03.2009 kam es zu einem Unfall in dem ein Pkw und zwei Züge verwickelt waren. Etwas ungewöhnlich lief die Alarmierung unsere Einheit ab:

18:30 Uhr - Wehrführer, Stv. Wehrführer und Stadt Jugendfeuerwehrwart fahren mit MTF zum Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters.

19:00 Uhr - Die Einheit beginnt Übung mit KTLF und RW1 auf Betriebsgelände Firma Bischoff. Die Leitstelle der Berufsfeuerwehr ist in die Übung mit eingebunden.

ca. 19:15 Uhr - Alarmierung der Einheit über Funk: Abbruch Übung, VU am Bahnübergang! Wehrführer wird von Einheit per SMS informiert.

19:20 Uhr - Der Stadtbrandinspektor Hr. Schröder wird während des Neujahrsempfang per Telefon über die Lage informiert.

ca. 19:30 Uhr - Wehrführung und Stadt Jugendfeuerwehr Wart rücken zur Einsatzstelle nach und fügen sich in den laufenden Einsatz ein bzw. übernehmen Führungsaufgaben.


Hier nun der Einsatzbericht der Berufsfeuerwehr:

Bei einem Zugunglück mit zwei Personenzügen und einem PKW wurden am Abend des 06.03.2009 glücklicherweise keinen Personen verletzt. Nach einem mehrstündigen Einsatz konnten die beiden Züge ihre Reise aus eigener Kraft fortsetzen. Es folgt ein Auszug aus dem Einsatzbericht der Feuerwehr.


Lage bei Eintreffen:

Der Fahrer eines Kleinwagen bog vermutlich versehentlich auf das Gleis in Fahrtrichtung Wiesbaden ab. Er fuhr sich dabei im Gleisbett fest. Daraufhin verließ er das Fahrzeug um einen weiteren PKW anzuhalten, der ihn mittels Abschleppseil aus dem Gleisbett ziehen sollte. Genau zu diesem Zeitpunkt erfasste der Zug nach Wiesbaden den PKW und schleifte ihn etwa 80m mit. Als dieser zum Stehen kam kollidierte der fast zeitgleich eintreffende Zug nach Koblenz mit dem Wrack und schleifte es wieder etwa 60m zurück in Richtung Koblenz.

Bei Eintreffen der Feuerwehr war der PKW noch unter dem Zug aus Wiesbaden eingeklemmt. Fahrer und Zeugen machten sich bemerkbar und sagten aus, dass sich zum Unfallzeitpunkt keine Personen mehr im PKW aufhielten. Die Zugbegleiter beider Züge gaben an, dass keine Fahrgäste verletzt wurden. Augenscheinlich waren weder Oberleitung noch stromführende Einrichtungen der Züge beschädigt, was später auch durch einen anwesenden Lokführer nach genauer Prüfung bestätigt wurde.


Maßnahmen der Feuerwehr - Phase 1:

Großflächiges Ausleuchten der Einsatzstelle. Absuchen der Trümmerstrecke nach weiteren Personen. Sicherstellung des Brandschutzes mittels S-Angriff und Feuerlöscher, bedingt durch auslaufenden Treibstoff später auch mittels Schaumrohr.


Maßnahmen der Feuerwehr - Phase 2:

Evakuierung und Erfassung der Fahrgäste beider Züge (Zug von Wiesbaden = 11 Passagiere, Zug von Koblenz = 15 Passagiere, alle unverletzt). Zeitgleich Vorbereitung der Bergungsmaßnahmen.


Maßnahmen Phase 3:

Nachdem die Fahrgäste mittels Taxi zum Koblenzer Hauptbahnhof gefahren wurden, wurde mit der Bergung des PKW begonnen. Nach mehreren Anläufen gelang es, das eingeklemmte Wrack mittels der Seilwinde des Rüstwagen 1 bis kurz vor den Bahnübergang zu ziehen. Da kurz vor Beginn des asphaltierten Bereichs Sicherheitseinrichtungen an den Gleisen befestigt waren, mussten bis zu deren Demontage durch Bahnmitarbeiter, die Bergungsarbeiten für etwa 15 Minuten eingestellt werden. Nach der Wiederaufnahme der Arbeiten konnte das Wrack relativ zügig auf den asphaltierten Bereich des Bahnübergang gezogen und von einem Abschleppwagen aufgenommen werden.


Eingesetzte Kräfte:

Fw Koblenz - A-Dienst
BF Koblenz - II. Wachabteilung
FF Koblenz - Einheit Horchheim
Feuerwehr gesamt: 30 Mann
Schutzpolizei, Bundespolizei,
Notfallmanager der DB

Quelle: www.feuerwehr-koblenz.de  | Autor: Stefan Veit

Pressebericht: Rhein Zeitung, Ausgabe Rhein Lahn Zeitung


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